Madness! Irrsinn!
Dieses Wort kam mir in den Sinn, als ich einmal mehr SEHEN durfte, wie mein Denken sich in 6, 7, womöglich mehr als 10 verschiedenen Strängen verirrte.
Da gabs einen Gedankenstrang über Garten an sich, ein weiterer zur anstehenden Gartenarbeit (übers ganze Jahr verteilt, wo anfangen und wie man nie fertig ist damit), einer zum Business, einer zu “was ich da anders machen sollte/könnte/müsste”, einer zu einem Familienmitglied, einer zu Beziehungen, ein weiterer zu Gesundheit, ein anderer zum Thema Wohnung suchen (wie schwierig das womöglich heutzutage ist), einer zu Autoreparaturen (und warum das Malheur überhaupt passiert ist), einer zu “will ich bei XY teilnehmen?” inklusive dazugehörige mögliche Gespräche, und und und.
Nichts davon fand gerade wirklich statt. Alle Gedankenformen entwickelten sich komplett isoliert von dem, was im Moment tatsächlich geschah.
Ich saß nämlich auf dem Bett.
Es war ruhig, dunkel, warm, mir ging es gut.
Von wegen “einen klaren Gedanken fassen”.
Unmöglich. Mit dem Kuddelmuddel an, notabene zu 99% erfundenen Informationen, war nichts anzufangen. So schnell wie der Sprung vom einen zum nächsten Faden, so schnell kamen die damit verbundenen Gefühle.
Soll ic…? Oder b…? Nein, geht … Ja, das w…, .
Nicht einfach nur halbe angefangene Sätze, sondern übereinander fließende Ströme an Bildern, Behauptungen und halb gefühlten Emotionen.
Totale Konfusion.
Abwechselnd, überschneidend, unaufhörlich.
Nicht ganz unaufhörlich.
Denn da war diese kleine Distanz zur Kopf-Kakophonie.
Präsenz.
Als ob sich plötzlich ein klarer Gedanke oder eher ein klares Bild vor das ganze geschoben hätte, konnte ich sehen, was stattfindet. Und als hätte sich mein eigener neugieriger Geist aus dem Strudel herausgezogen, war das Gezeter verstummt.
Keine weiteren Kurzfilme, keinen Ton, keine Konfusion.
Einfach Stille und weiche Dunkelheit.
Kissen rascheln, mein eigenes leises Atemgeräusch, von draußen der Wind.
In dieser Stille kam ein weiterer klarer Gedanke.
Madness. Ja.
Aber was für eine ungeheuer kreative Kraft!
Wir haben die Möglichkeit und Freiheit dieses Gedankenrasen zu erschaffen.
Als würden wir mit unseren Händen in den Gedankenstrom fassen und uns eine Portion herausholen, um selbst etwas damit zu formen.
Und dann noch eine und noch eine und noch eine.
Uns selbst verlierend in allen unseren mentalen Kreationen, wundern wir uns schließlich, woher die Schlaflosigkeit (oder der Stress oder die Angst) kommt.
Wie der Zauberlehrling, der die Wasser holenden Besen nicht zu stoppen weiss, nutzen wir eine Kraft, ohne wirklich verstanden oder zumindest vorübergehen vergessen zu haben, wie sie funktioniert.
Was kann man stattdessen tun?
Die Alternative zur selbstgemachten Konfusion könnte sein:
Ein ruhiges, waches Sein, mit dem, was sich uns im Leben zeigt.
Wissend, dass uns eine Intelligenz zur Verfügung steht, die für alles den besten nächsten Schritt weiss. Für Gartenarbeit, Autoreparaturen, Beziehungen, Gesundheit, Kinder, Eltern, Haustiere, Naturschutz, Business und Beruf, ja auch Urlaub und was uns Schönes noch in den Sinn kommt.
Um dann aus dieser Weisheit den nützlichen Gedanken kommen zu lassen.
Das ist nicht “abgespaced”, sondern 100% verlässlich, praktisch und nicht selten magisch.
Und wie soll das gehen?
Wie wär's, wenn du zuerst die Hände aus dem Gedankenstrom nimmst und das, was du gerade gelesen hast, wirken lässt?
Gut möglich, dass es dann von ganz alleine klappt.
Schreib uns!
Mit dem "Hände aus dem Gedankenstrom nehmen" klappts nicht so wirklich?
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