In einem unserer Newsletter ging es darum, wie ein Perspektivwechsel unser Erleben komplett verändern kann.
Heute gehen wir einen Schritt weiter. Oder anders gesagt, wir überspringen einen Schritt.
Von Perspektivwechsel und Neuinterpretation hin zu wahrnehmender Präsenz.
Der bewusste Perspektivwechsel lädt uns ein, in Betracht zu ziehen, dass etwas anders ist, als unser erster (oder zweiter, dritter, … zehnter) Gedanke uns sagt.
Die Neuinterpretation erfolgt, wenn wir sehen, dass die Dinge anders liegen (können), wenn wir uns für andere, neue Möglichkeiten öffnen und so erkennen, was sich stimmiger, leichter, hoffnungsvoller, zuversichtlicher anfühlt. (Von wegen: Look for a positive feeling. - Syd Banks)
Das Überspringen dieses Schritts wäre:
Zu wissen, dass es bei der internen, gedanklichen Verhandlung, was es denn nun eher sein könnte, darum geht, einzuordnen, was wir im Moment gerade erleben. Einzuordnen, um dann zu wissen, was das “Richtige” ist, das wir jetzt tun können/müssen.
Was bedeutet, dass wir bereits mit unserem Intellekt beschäftigt sind.
Stattdessen: Zu erleben, was gerade erlebt wird, zu fühlen, was es zu fühlen gibt.
Präsent, mit dem Leben, mit uns und mit dem, was geschieht.
Vertrauend, dass sich von alleine zeigt, ob und was es zu tun gibt.
Sein im Flow.
Zu wissen, dass wir immer in Kontakt mit der Intelligenz des Lebens sind, weil wir Teil davon sind.
Es ist natürlich möglich, unseren Intellekt zu “befriedigen”, indem wir dem Ein-Ordnungs-Drang folgen und dann gleichzeitig die Weisheit dazuholen, um uns neuen Möglichkeiten zu öffnen.
Aber wir müssen nicht.
Wir sind nicht verpflichtet, diesem Ablauf zu folgen. Wir verpassen nichts, wenn wir das Einordnen sein lassen und uns direkt der Intelligenz des Lebens (dem Universum, Gott, der Seele, Intuition - wie immer du es sagst) vertrauensvoll zuwenden.
Ist es möglich, dieses Sein im Flow mit “Automatismus” zu verwechseln?
Wie kann man die zwei Zustände unterscheiden?
Du ahnst es vielleicht schon…
Achte auf das Gefühl. (Gefühl heißt: Wie fühlt sich dein Körper an.)
Hier ein paar Hinweise mit der Einladung, deine eigenen zu finden:
Automatismus kann sich trotz erhöhtem Denk-Tempo paradoxerweise kopflos/gedankenlos anfühlen, als wäre man nicht ganz da. Auch etwas stur oder starr, jede mögliche Abweichung löst mindestens einen leichten Widerstand oder Unsicherheit aus. Es genauso wie immer zu machen scheint sicherer zu sein (ich muss das so machen, sonst…)
Dagegen sind wir im Flow präsent im Hier und Jetzt. Es können bekannte, aber eben auch völlig neue Ideen erscheinen. Dabei gibt es kein vorgegebenes Rezept (so “muss” es sein). Die Qualität dieses Zustands ist geprägt vom Gefühl der Offenheit, vielleicht auch sanfte Neugier, innerer Frieden, Zuversicht, einem ruhigen Geist - ohne, dass wir das in dem Moment überhaupt beachten würden - es ist einfach stimmig. Und es gibt keinen Druck. Das Tempo ist so “richtig”, dass du es nicht bemerkst.
Gerade wenn z.B. Schmerzen so stark sind, dass man nicht mehr weiss, wohin mit sich, fordert der Einordnungsprozess zu viel Aufmerksamkeit und bindet Energie*, die woanders gebraucht wird. Vielleicht warst du selbst schon in einer Situation, wo das gar nicht mehr möglich war, weil zu anstrengend.
(*Wobei das grundsätzlich immer der Fall ist… Nichts braucht so viel Energie wie diese Art Nachdenken - stell dir vor du könntest dir das IMMER sparen - nicht nur, wenns nicht mehr anders geht.)
Unsere Körper-Geist-Seele-Einheit ist so genial, dass dieser zusätzliche Schritt über den Intellekt nicht notwendig ist.
Wir sind sicher, dass es Momente in deinem Leben gibt, wo du dieses natürliche Sein im Flow kennst. Warum nicht einmal neugierig schauen, wann du das tust?
Und vielleicht erlaubst du dir, dein Sein im Flow nah-dis-nah** auf alle deine Lebensbereiche auszuweiten?
* * *
P.S. Um es noch gesagt zu haben: Wir finden, unser Intellekt ist ein wunderbares Instrument und sind sehr dankbar dafür. Er hat uns z.B. dabei geholfen, diesen Blogbeitrag zu tippen und ins Programm einzuschleusen, damit du ihn lesen kannst.
Es ist an uns, das Instrument weise anzuwenden. Und nicht umgekehrt (der Intellekt wendet uns an 😂).
** nah-dis-nah bedeutet nach und nach - zur Abwechslung ein Schweizerdeutsches Wort eingeschleust - von wegen Auflockerung 😉