Frag doch Google!

Hast du schon mal ein Symptom gehabt und dann gegoogelt, was es sein könnte?

Wenn du das schon mal ausprobiert hast, dann hast du vielleicht dein blaues Wunder erlebt, denn statt harmloser Ursachen werden oft die größten Dramen vorgeschlagen.

Wenn man zum Beispiel nach Kopfschmerzen sucht oder eingibt: Ich habe Kopfschmerzen, woran könnte das liegen?, durchsucht Google alle verfügbaren Informationen rund um Kopfschmerzen.
Dabei werden die Ergebnisse präsentiert, die als am relevantesten oder am häufigsten vorkommend eingestuft werden.

Nach welcher Strategie, mit welchem System oder aus welchen Quellen die Antworten ausgesucht werden, ist unklar.
Google greift auf alle möglichen Daten zurück und präsentiert dir dann eine Zusammenfassung davon.

Sobald du bei Kopfschmerzen auf Google nach möglichen Ursachen suchst, bekommst du Ergebnisse, wie z.B. Hirntumor, Hirnblutung, Hirnhautentzündung, Aneurysma und viele weitere „beängstigende Diagnosen“.

Warum fragt man Dr. Google überhaupt?

Die Idee hinter einer Suche bei Google ist oft, „zu wissen, was man hat, damit man sich keine Sorgen mehr machen muss“.

Das funktioniert aber …. suboptimal, denn vermutlich werden deine Sorgen und Befürchtungen eher noch weiter befeuert.

Wenn du dir ohne Google Sorgen und Gedanken machst, bist du bereits angespannt und stresst dein System.
Die Annahme, dass ein Symptom nicht in Ordnung ist und du herausfinden musst, was dahintersteckt, führt zu weiteren Sorgen.

Das passiert meist unbewusst und ist Teil deiner automatischen Reaktionen (Gewohnheit).

Dein Verstand beginnt dann, alle Informationen, die du jemals darüber gehört, gelesen oder gesehen hast, zu durchforsten. Dabei greifst du auf deine eigenen Erfahrungen und Schlussfolgerungen zurück. Auf all die Geschichten, die du jemals darüber aufgeschnappt hast – auch, wenn sie niemals wahr waren.

Wenn du jedoch diese Frage an Google weitergibst, wird nicht nur dein Wissen, sondern auch das Wissen und die Erfahrungen anderer Menschen, einschließlich Foren und Fake News, durchsucht.

Daraus entsteht eine Antwort bzw. Liste mit Suchergebnissen, die mögliche Ursachen für deine Kopfschmerzen vorschlägt.

Selbst wenn es sich nur um harmlose Ursachen handelt, können die Informationsflut und die Vielzahl an möglichen Diagnosen Angst und Unsicherheit auslösen und zu noch mehr Grübeln und Sorgenmachen führen.

Es ist daher wichtig, dir bewusst zu machen, dass Google nicht unbedingt die beste Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen ist.
Bei ernsthaften Beschwerden ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um eine angemessene Untersuchung und Behandlung zu erhalten.

Oft reicht auch der gesunde Menschenverstand aus.
Wenn ich am Tag zuvor ein Glas Wein zu viel hatte, mir über etwas „den Kopf zerbrochen“ habe oder an einem bestimmten Tag in meinem Zyklus bin, erklären sich die Kopfschmerzen von selbst.

Vielleicht ist es einfach mal so, dass ich Kopfschmerzen habe, und ich muss mir keine Gedanken machen, sondern einfach akzeptieren, dass ich jetzt Kopfschmerzen habe.
Ohne den Grund zu kennen.
Oder etwas „tun“ zu müssen.

Wenn ich das so annehmen und hinnehmen kann, dann bleibe ich entspannt, mein ganzer Körper bleibt entspannt, und vielleicht verschwinden sie relativ schnell von selbst.

Womöglich kommen mir auch Ideen in den Sinn, was hilfreich sein könnte: trink Wasser, geh an die frische Luft, mach kurz die Augen zu, nimm Pfefferminzöl, leg das Handy weg, …

Vielleicht bleiben die Kopfschmerzen auch einen oder zwei Tage.

Wenn ich kein Drama daraus mache und nicht noch zusätzlichen Stress mit den ganzen Gedanken, was das sein könnte, produziere, dann komme ich trotz Kopfschmerzen relativ gut durch den Tag.

Ich bin am Haken!

Wenn ich jedoch auch nur eine Diagnose ein bisschen glaube, befürchte oder für wahr halte, sei es aus meiner eigenen Erinnerung, meinem eigenen Erleben oder aus dem, was Google mir ausgespuckt hat, dann wird mein Verstand sich daran aufhängen.

Dann werden diese Gedanken vermutlich immer wieder aufkommen.

Ich werde immer wieder die Idee haben: Könnte es nicht doch das sein? Aaahhhh, wenn es wirklich XY ist?
Es wird direkt die nächste Geschichte daraus gesponnen: was es bedeutet, wenn es diese Diagnose ist, was dann passiert, was dann in drei Monaten oder drei Jahren sein wird, falls ich dann überhaupt noch lebe, …

Ein Drama oder Horrorfilm, selbst gemacht via Gedanken und selbst gefühlt, mit allen Special Effects.

Den Unterschied erkennen

Wenn ich es aber schaffe, bei mir und ruhig zu bleiben und mich daran zu erinnern, dass diese Dringlichkeit, dieses „Was wäre wenn“, nicht von der Weisheit kommt, ist alles anders.

Die Weisheit weiß.
Sie braucht mir nichts vorzuspielen.
Sie macht mir keine Angst.
Sie stellt mir kein Ultimatum.  
Sie ist nicht hektisch.
Sie kommt nicht mit einem „Wenn, dann …".
Die Weisheit weiß einfach.

Dieses ganze hätte, wäre, könnte, sollte KANN einfach nicht die Weisheit oder Wahrheit sein

Wenn ich mich daran erinnere und es in diesen Momenten schaffe, wieder zu mir zu kommen, vielleicht einmal durchzuatmen oder mir bewusst zu machen: okay, da will mein Verstand mich gerade wieder in die Irre führen und mir Angst machen. Da muss ich nicht mitmachen, dann gelingt es mir, mit den Symptomen zu sein, ohne daraus ein Drama zu machen.

Der Verstand erzählt uns ja immer: Wenn wir uns nicht darum kümmern und seine Warnungen nicht ernst nehmen oder uns nicht auf die Suche nach einer Lösung machen, dann passiert etwas Schlimmes.

Wenn uns aber bewusst ist, dass Weisheit nicht so spricht, dann ist es klar, dass ich dieser Art von Gedanken nicht trauen muss.
Vielleicht kann ich darüber lächeln, vielleicht bin ich genervt, aber ich muss sie nicht glauben.

Dann erinnere ich mich auch daran, dass Weisheit immer da ist.
Je entspannter und gelassener ich (so gut mir das in dem Moment gelingt) mit den Symptomen umgehe, desto klarer ist für mich auch, ob etwas Ernstes dahintersteckt oder nicht.

Ob etwas zu tun ist, ob ich damit zum Arzt gehen oder vielleicht sogar den Notarzt rufen sollte.
Das ist dann wirklich klar.

Kein „Wenn ich das nicht tue …“ gefolgt von Dramageschichten, in denen so viel Unruhe, Unsicherheit und „Soll ich, soll ich nicht?‘ drin ist.

Weisheit ist klar: Mach dies, mach jenes, leg dich hin, trink was, geh spazieren, mach das Fenster auf, atme mal tief durch, mach den Laptop zu, mach kurz die Augen zu, beweg dich, Pause, …

Weisheit ist eindeutig.

Oder es ist klar: Geh zum Arzt bzw. lass das untersuchen.

Es ist keine hibbelige Dringlichkeit, sondern es ist eine Klarheit.

Das zu wissen, immer wieder zu erleben und bestätigt zu bekommen, ist wirklich hilfreich.
Auch wenn der Verstand noch so verführerisch versucht, uns in ein Drama reinzuquatschen.

Wir haben immer die Möglichkeit, uns zu erinnern und wieder in den Moment zu kommen. 

Dann können wir mit den Symptomen besser umgehen.
Wenn wir gelassen sind und unser System entspannt ist (oder zumindest nicht auf 180), empfinden wir sogar die Intensität der Symptome anders.

Ruhig zu bleiben wirkt sich also auch positiv auf Schmerzen aus.

Warum also Dr. Google fragen?

Wenn ich dieses Wissen „eingebaut“ habe, warum sollte ich dann Google fragen?

Dort bekomme ich eine generische Antwort, die womöglich nichts mit meiner Situation und mir zu tun hat.
Bewahre ich Ruhe und spüre ich in mich hinein, dann „weiß“ ich, was für mich, jetzt, in diesem Moment, richtig ist.

Was hast du mitgenommen? Hast du eine Frage? Welche Erfahrungen hast du gemacht - sowohl mit Google als auch mit deiner eigenen Weisheit?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

Die Drei Prinzipien erklären, wie wir Menschen funktionieren und wie Probleme und Leiden entstehen. Ich verstehe ich mich als eine Art Wegweiser und liebe ich es, meine Klienten auf den Ort, an dem zu jedem Zeitpunkt die perfekte Lösung zur Verfügung steht, aufmerksam zu machen.

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