Was forderst du von deinem Körper?
Mir wurde gerade wieder bewusst, was ich eigentlich von meinem Körper erwarte. Oder besser gesagt: fordere!
Ich habe eine Pi-mal-Daumen-Uhrzeit, um die ich normalerweise ins Bett gehe.Und eine Uhrzeit, zu der mein Wecker klingelt.
Mein Körper hat sich ziemlich gut an diese Zeiten angepasst, denn ich werde meistens „pünktlich“ müde und auch wieder wach.
Jetzt gab es aber einen Grund, aus dem ich länger wachbleiben wollte.
Mein Körper hatte andere Ideen und sendete mir: „Müde, müde, müde!“
Ich habe es ignoriert, so gut ich konnte, und musste mich echt anstrengen, um so lange wach zu bleiben. Aber es hat funktioniert.
Dann war es endlich Zeit, ins Bett zu gehen.
Meine Vorstellung war, dass ich jetzt sofort einschlafen müsste, denn es war ja Stunden später als sonst. Schließlich hatte mein Körper vorher schon MÜÜÜÜDE geschrien.
Also ging ich ins Bett und wartete, dass ich „endlich“ einschlafen konnte.
Minuten vergingen.
Dann eine halbe Stunde.
Eine Stunde … und ich war sowas von hellwach.
Ich hatte mich nicht mal an einem Gedanken festgebissen. Ich war „einfach nur“ wach und nicht mehr müde. Irgendwann fing mein Kopf an, darüber zu meckern.
Bis mir bewusst wurde, wie absurd die Situation ist:
Ich ignoriere die SEHR deutlichen Signale meines Körpers.
Und wenn ich dann so weit bin, dann erwarte
(oder fordere) ich,
dass er auf Knopfdruck reagiert und macht, was ich will.
Dann wusste ich einen Moment lang nicht, ob ich mehr lachen oder den Kopf schütteln sollte.
Vermutlich habe ich beides parallel gemacht.
Unser Körper funktioniert dermaßen ausgeklügelt und es greifen ständig unzählige Systeme ineinander.
Ich bringe eins durcheinander und erwarte, dass trotzdem alles „wie immer“ und nach meiner Nase weitergeht.
Und bin empört, wenn mein Körper da nicht mitspielt.
Auch wenn unheimlich viele Systeme perfekt miteinander vernetzt sind, ist es immer noch ein lebender Organismus und keine Maschine.
Das, was ich erwarte, passt wohl eher zu einer Maschine
.Finde den Fehler.
Ich habe mich gefragt, wie oft ich das wohl generell mache:
Mir selbst oder meinem Körper ein Bein zu stellen und mich dann darüber zu echauffieren, dass ich stolpere oder etwas nicht nach meiner Nase ist.
Diese Frage möchte ich an dich weitergeben:
Welche Signale deines Körpers hast du schon „gekonnt“ überhört? (stop, hungrig, Blase drückt, …)
Und wie bist du mit den „Konsequenzen“ oder Auswirkungen umgegangen? Hast du deinem Körper die Schuld in die Schuhe geschoben? Oder bewusst die Verantwortung dafür übernommen?
Wie immer gibt es kein richtig oder falsch. Es geht darum, bewusst(er) zu erkennen, was da vor sich geht.
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