In Harmonie mit dem unsicheren Anteil in dir

Der alternative Titel wäre: In Harmonie sein mit dem “irdischen” Teil in dir.

Du kennst das vielleicht. Egal wie viel du schon gelesen, gehört und verstanden zu haben scheinst, immer mal wieder fühlst du dich unsicher.

Für einige ist es eine leichte Unsicherheit hie und da, für andere sieht es so aus, als hätte sich trotz all der wunderbaren Einsichten ins Menschsein und die Kraft von Gedanken oder all ihrem (hart erarbeiteten) intellektuellen Wissen fast nichts geändert.

Da könnte man sich schon fragen: Was hilft denn das Verständnis der 3 Prinzipien oder sonstige (spirituelle oder auch psychologische) Lehren, wenn die Unsicherheit trotzdem bleibt oder immer wieder kommt?

Es könnte sein, dass hier ein Aspekt übersehen wurde.

Keine spirituelle Lehre und keine noch so ausgedehnte Studie der 3 Prinzipien oder der psychologischen Zusammenhänge wird Unsicherheit verhindern.

Unsicherheit ist nicht unser Feind und muss nicht ein für alle Mal beseitigt werden.

Die Frage ist eher: Wie gehen wir damit um?
Ablehnend? Re-Aktiv? Verständig?

Unsicherheit ist Teil des Menschenlebens. Sie ist eine natürliche Erscheinung. Ganz egal, wie viel wir schon verstanden oder wie sehr wir unser Bewusstsein schon erweitert haben.

Unsicherheit, wie jedes andere Gefühl auch, bleibt Teil der Palette an Emotionen, die wir als Mensch spüren können (und dürfen).

Unsicherheit zu erleben bedeutet nicht, dass wir etwas “falsch gemacht” haben oder noch immer nicht erleuchtet oder irgendwie kaputt, womöglich “dumm” sind. 

Sie ist schlicht Ausdruck dafür, wie wir Gedanken gerade verwenden.

In diesem Fall macht uns das Denken gerade unsicher.

Für den “irdischen” Anteil in uns wirkt die Welt deshalb manchmal einfach mehr oder weniger sicher. Je nachdem, was auf unserer persönlichen “Festplatte” gelandet ist (oder hochgeladen wurde), ist das öfter oder seltener der Fall.

Vielleicht gelingt es uns, ein solches Programm zu löschen. Vielleicht auch nicht.

Und es gibt wohl Gedanken(-geschichten), die, man könnte sagen, wie ein Familien-Erbstück weitergegeben wurden. Gedanken, die schon so lange von Menschen wiederholt wurden, dass sie uns sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen sind und wir sie kaum mehr als solche erkennen. Manche sind sogar Welt-Familien-Erbstücke.

Uns darüber aufzuregen, dagegen anzukämpfen oder uns zu verurteilen, wenn wir “immer noch” unsicher werden, hilft da nicht. Im Gegenteil, wir laden uns damit nur mehr Gedanken auf, die unter anderem mehr Unsicherheit mit sich bringen. Abgesehen davon, dass diese Art der Beschäftigung mit der Unsicherheit diese im Bewusstsein und damit in unserem Leben festhält.

Die Frage "Warum fühle ich mich unsicher?” ist ganz einfach und in einer Sekunde zu beantworten:
Weil ich unsichere Gedanken denke bzw. dachte.

Dass wir auf die Unsicherheit reagieren, indem wir uns dazu verleiten lassen, aus dieser zu handeln, ist ebenso menschlich. Ja, manchmal sagen wir nichts, obwohl es uns wichtig ist oder wir geraten in eine Diskussion, gerade weil wir unsicher sind. Möglich, dass wir etwas nicht tun, weil wir uns unsicher fühlen. Oder im Gegenteil etwas tun, aus dem Missverständnis heraus, diese Aktion würde die Unsicherheit zum Verschwinden bringen. 

In all diesen Fällen reagieren wir, als würde Unsicherheit uns etwas Wahres über die Welt, den anderen oder uns selbst erzählen. Wir haben kurzzeitig vergessen, dass sie der fühlbare Anteil unseres Denkens ist und deshalb veränderlich, flüchtig und ganz persönlich.

Ausdruck unseres aktuellen Bewusstseins-Levels, in dem es Sinn macht, auf Unsicherheit in einer bestimmten Weise zu re-agieren. 

Das kann zu Irritationen mit anderen Menschen führen oder auch zu einem ganz eigenen internen Regelwerk, wie man wann und was zu tun hat - in der Meinung, damit die Unsicherheit zu bannen. Menschen erfinden ganz viele unterschiedliche Coping-Strategien, um die Unsicherheit nicht zu fühlen oder darüber hinwegzukommen. 

Nichts davon hilft tatsächlich gegen Unsicherheit. Manche Strategien machen einfach mehr mentalen Lärm als die Unsicherheit oder betäuben uns, so dass wir sie vorübergehend nicht so stark spüren bzw. abgelenkt davon sind. Andere sind dazu gedacht, trotz Unsicherheit etwas zu tun, vor dem wir ansonsten zurückschrecken. Das kann bisweilen über eine imaginäre Grenze helfen. Bis wir irgendwann wieder in Unsicherheit geraten und eine neue Methode benötigen.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, zu akzeptieren, dass Unsicherheit zum Menschsein dazugehört.

Zu akzeptieren, dass Unsicherheit Teil des menschlichen Erlebens ist, egal wie viel ich schon weiss oder wie oft ich auf dem Raumschiff Erde schon um die Sonne gekreist bin.

Und zu erkennen, dass Unsicherheit (wie alle anderen Gefühle) auftaucht und verschwindet, ohne dass wir etwas dafür oder dagegen tun müssen.

Wie wäre es also damit?

Frieden schließen mit der Unsicherheit

Die Unsicherheit ist Orientierungshilfe und zeigt mir, wie ich mein Denken im Moment verwende. Was der ursprüngliche Gedanke war, der sie mitgebracht hat, muss ich nicht einmal wissen. Vielleicht wird es mir klar, wenn ich zurück in der Präsenz, im Hier und Jetzt bin. Vielleicht auch nicht und ich wurde quasi von einem Gedanken-Gefühls-Hauch gestreift, der mir eine Gänsehaut verschaffte, wie ein kühler Lufthauch an einem ansonsten windstillen Tag.

Das Gefühl der Unsicherheit ist ein Weckruf. Ein Ruf zur Präsenz.

Ein Ruf, ganz im Hier und Jetzt zu sein.Wenn ich präsent werde, ist völlig nebensächlich, ob ich Unsicherheit spüre, weil ich mir denke, nicht gut genug zu sein oder weil ich gerade dabei bin, über einen Berggrat zu wandern. Präsenz ist in beiden Situationen das einzig wirklich hilfreiche.

Frieden schließen mit der Unsicherheit, bedeutet in Harmonie mit mir, mit meiner (und deiner) Menschlichkeit zu sein.

Harmonie bedeutet nicht Abwesenheit von jeglicher Unsicherheit.
Es bedeutet, Unsicherheit nicht zum Anlass zu nehmen,
Spaltung zu verursachen.
Weder mit anderen noch mit und in mir selbst.

Unser menschliches System hat die Möglichkeit für das Gefühl “Unsicher” eingebaut. Ja, wir fühlen uns unsicher.  
Und ja, dann fühlen wir uns wieder sicher.
Damit ist alles in Ordnung.
Mit uns ist alles in Ordnung.


P.S. Wenn du denkst, deine Unsicherheit ist aber hieb und stichfest begründet: Lass uns reden und gemeinsam erkunden, was es da noch zu sehen gibt.

Melde dich entweder bei uns beiden: mail [at] prinzipiellgesund [dot] de

Oder falls du lieber ein Einzelgespräch möchtest, buche ein Schnuppergespräch bei Michaela oder ein Erkundungsgespräch bei Marlene.

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